Tschick - auf der Suche nach dem Kick!

Tschick - Wolfgang Herrndorf

Zwei Teenies, die mit einem geklauten Wagen durch Deutschland düsen. Hört sich nicht nach der allerneuesten Geschichte an. Aber der Autor macht daraus ein erstklassiges Road-Movie in Buchform, das durch erfrischende Sprache und kreative Einfälle glänzt. Prämiert mit dem deutschen Jugendliteraturpreis 2010.

Hätte ich diese Buch unter ärztlicher Aufsicht gelesen, so wäre ich sicherlich immer mal wieder an eine Sauerstoffflasche angeschlossen worden. Diagnose: Zu wenig Sauerstoff wegen lustigem Lesestoff. Zusätzlich zu der Lustigkeit schwingt beim Lesen eine Melancholie mit, die das Werk zu etwas Besonderem macht. Denn die beiden Teenies "Maik" und "Tschick", die auf der Flucht vor dem Alltag mit dem Lada durch Deutschland düsen, sind eigentlich arme Wichte. Wäre die schwierigen Phase der Pubertät nicht schon genug für ihre geschundenen Seelen, müssen die beiden ihre Hormonschübe auch noch ohne große Unterstützung ihrer Familien bewältigen. Was dieses Buch für mich zu einem Volltreffer macht, ist die Kombination aus Lustigkeit und Melancholie und die Gabe des Autors Jugendsprache und jugendliche Naivität der Protagonisten glaubwürdig in Worte zu fassen. Diese Leichtigkeit der Sprache muss eine hartes Stück Arbeit gewesen sein! Von mir gibt es dafür 10 von 10 Sauerstoffflaschen.