Das finstere Tal - Wohnort finsterer Gestalten

Das finstere Tal - Thomas Willmann

Ein einsamer Wanderer und sein Maultier kommen in ein abgelegenes Dorf, das hoch in den Bergen liegt. Dort findet der Neuankömmling eine Bleibe und fröhnt - mißtrauisch beäugt von der lokalen Dorfgemeischaft - der Kunst des Malens. Es ist vollkommen unklar, woher der einsame Maler kommt und was ihn in dieses unwirtliche, abgelegene Dorf treibt, das im Winter durch Schnee und Eis von der Außenwelt abgeschnitten ist. Das ganze Buch über fragt man sich, wie lange die Dorfbewohner seine Anwesenheit tolerieren werden und ob die Malerei und der Umgang mit dem Pinsel das einzige Talent des eigentümlichen Fremden sind.

Die Geschichte lebt von einer lebendigen und gestochenen Erzählweise, die den Roman sprachlich einzigartig machen. Von Anfang bis Ende spürt man als Leser eine unterschwellige Bedrohung und wartet gespannt, wann das Dorf seine dunklen Geheimnisse preisgeben wird. Dieses Erstlingswerk ist atmosphärisch dicht wie ein Western von Sergio Leone. Wenn man beim Lesen in der Ferne eine Ziehharmonika spielen hört, dann spielt einem das Unterbewußtsein womöglich einen Streich.

8 von 10 Schneeflocken